23 | 03 | 2019

Volleyball

Niederlage im letzten Moment abgewendet

Am vergangenen Samstagabend trafen wir in einer nervenaufreibenden Begegnung auf die Damen der TG Naurod.
Mit 11 Mann war unser Kader zahlenmäßig genauso gut aufgestellt wie der der Gastgeberinnen.
Wir begannen im 1. Satz unkonzentriert in allen Spielelementen und leisteten uns zu viele einfache Fehler. Während vor Spielbeginn beim Aufschlag-Annahme alle zu 100 Prozent bei der Sache waren und jeder noch so verloren geglaubte Ball gekratzt wurde, schien unsere Abwehr mit Spielanpfiff in Schockstarre verfallen zu sein. Dazu gesellten sich im weiteren Spielverlauf gravierende Annahmeprobleme, sodass wir beim Stand von 13:20 unsere 2. Auszeit nahmen. Im Anschluss packten wir zwar einige Schippen drauf und egalisierten den deutlichen Rückstand, gingen anschließend sogar in Führung. Allerdings gelang es uns nicht, den Satzball beim 24:23 zu verwandeln. Naurod nutzte diese Situation konsequent aus und verbuchte Satz 1 mit 24:26 aus unserer Sicht - auch Dank einiger Entscheidungen des sympathischen 1. Schiedsrichters, der keinen besonderen Wert auf Technik legte - auf das heimische Konto.

In Satz 2 vertieften wir unsere Freundschaft zum 1. Offiziellen durch weitere anregende Konversationen. Unsere Annahmeprobleme erreichten darüber hinaus gleich zu Satzbeginn ihren Höhepunkt. Janine kam für Isa, um die Annahme zu stabilisieren. Allerdings schafften wir es nicht, in unseren Angriffsrhythmus zu finden. Maike wurde für Jana eingewechselt und übernahm mit großer Freude die Aufgabe der Gesprächspartnerin des 1. Schiedsrichters. Unser Rückstand wuchs sehr schnell auf 10 Punkte und mehr an, da wir es trotz mehrfacher Ansprache in den Auszeiten nicht schafften, unsere Abwehr entsprechend umzustellen. 12:25 für Naurod nach 19 Minuten.
Naurod war nun heiß auf einen Dreier, der sich so unerwartet in greifbarer Nähe befand.
Und wir waren sauer. Richtig angepisst. Von unserer eigenen Leistung. Und vom 1. Offiziellen, der vor und nach jedem Satz in einer aggressiven Art und Weise, die seinesgleichen sucht, mit irgendwelchen Karten drohte.
Jetzt lag es an uns allein, die sich anbahnende Nullnummer abzuwenden. Also nochmal alle Kräfte mobilisiert und ab ging es in den 3. Satz. Anfangs Kopf an Kopf konnte Naurod zur Satzmitte hin einen 6-Punkte-Vorsprung aufbauen. Doch wir ließen uns nicht erschüttern und kämpften uns mit einer konsequenteren Abwehr und starken Angriffen wieder heran. Jedoch schien der 1. Schiedsrichter etwas dagegen zu haben und erfüllte seine Aufgabe wie man es von einem Unparteiischen erwartet: Jede kritische Situation wurde zugunsten der Heimmannschaft gewertet, Bälle der Gastgeber, die im Aus landeten, wurden drin gegeben und Blocktouchs der Gastgeberinnen wurden ignoriert. So langsam traten der ein oder anderen Spielerin von uns die Zornestränen in die Augen ob dieser geballten Ungerechtigkeit. Zwei weitere einfache Fehler unsererseits führten dann beim 23:24 zum ersten Matchball von Naurod. Doch weder diesen, noch die zwei folgenden Chancen zum Spielgewinn konnten durch die Gastgeberinnen genutzt werden. Wir hingegen verwandelten unseren ersten Satzball zum 28:26-Satzgewinn. Verlängerung beantragt. Seitenwechsel. Vom Schiedsrichterstuhl wieder Drohungen mit gelben Karten während des Seitenwechsels.
Angestachelt davon fanden wir in unser Spiel. Sichere Annahmen, druckvolle Angriffe und gute Blockaktionen ließen den Nauroder Damen nicht viel Raum für Punkte. Doch dann der Schock beim 11:10: Therres - zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Angreiferin - musste verletzt vom Feld und konnte aufgrund von Knieproblemen nicht mehr weiterspielen. Da der 1. Offizielle schon seit dem Seitenwechsel nichts mehr zu motzen hatte, fand er nun in Therres, die hinter der Auswechselbank auf dem Boden lag, sein nächstes Ziel. Bis endlich geklärt wurde, was genau das Problem dieses Mal war, vergingen mehrere Minuten und das Verletzungspech gepaart mit der Spielverzögerung drohte uns aus dem Spielrhythmus zu bringen. Doch Naurod startete mit einem Fehlaufschlag in die 2. Hälfte des 4. Satzes und nach dem Motto "jetzt erst Recht" rissen wir das Spiel mit aggressiven und variablen Angriffen wieder an uns. 25:18 und unser erster Punkt des Abends war um 21:49 Uhr verbucht.

Der Tie-break startete suboptimal aus unsere Sicht. Nach dem 6:8-Rückstand beim Seitenwechsel baute Naurod die Führung zum 10:7 aus. Da aber - zu Naurods Ungunsten - Kampfgeist und Nervenstärke zu unseren Vorzügen gehören, spielten wir uns wieder heran und prügelten den Gastgeberinnen die Bälle um die Ohren. Den ersten Matchball beim 14:12 noch vergeben, machten wir im folgenden Side-out den Sack zu und tüteten Punkt Nr. 2 ein.
Die Freude war gerade aufgrund der widrigen Umstände dieses Spielverlaufs so groß wie selten und gefeiert wurde dann in der Ecke von Therres' Krankenlager, in der auch das erschöpfte, aber glückliche Siegerfoto entstand.
Das kommende Wochenende ist für uns spielfrei - wahrscheinlich um unsere Nerven zu beruhigen - ehe es am 9. März zu Hause gegen den FSV Bergshausen wieder auf Punktejagd geht.
Kommt vorbei!